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Die kardinale Klimax 2010

Von Christina Pfingsten und Christa Wagner


astrosymbol

Weltweit stellt für Astrologen die sogenannte kardinale Klimax das zentrale Thema dieses Jahres dar. Sie durchlief in diesen Sommermonaten zwar ihre größte Zuspitzung, wird insgesamt aber noch jahrelang wirksam sein. Mit diesem Begriff wird eine astrologische Konstellation zwischen Saturn, Uranus und Pluto bezeichnet, die extrem selten auftritt und der eine große historische Bedeutung zugemessen wird. Ein Bewusstseinswandel wird zwangsläufig erwartet und er ist überfällig, das spüren wir. Überall und auf allen Ebenen erleben wir, dass viele Verfahren aus der Vergangenheit nichts mehr taugen, neue Regeln und Mechanismen erfunden werden müssen, um die Probleme auf der Welt zu lösen.


Bei der kardinalen Klimax handelt es sich um ein sogenanntes T-Quadrat, wobei der Pluto in Steinbock sowohl zu Uranus in Widder, als auch zu Saturn in Waage ein Quadrat (= 90° Winkel) bildet. Saturn und Uranus stehen sich also genau gegenüber, sie stehen in Opposition (180°) zu einander. Diese Figur symbolisiert die größtmögliche Spannung zwischen den beteiligten Planeten und ihre intensive gegenseitige Herausforderung. Während Trigone (120°) oder Sextile (60°) eine harmonische Synthese unterschiedlicher Kräfte anbahnen, erzwingen Spannungsaspekte wie diese einen Konflikt und eine Entscheidung.
Kardinal wird diese Konstellation genannt weil alle beteiligten Planeten in Zeichen des kardinalen Kreuzes stehen. Dieses wird auch als das Hauptkreuz bezeichnet. Es vereinigt in sich die Zeichen der Tag- und Nachtgleichen Widder und Waage und die der Sonnenwenden Krebs und Steinbock. Den kardinalen Zeichen gemeinsam ist eine dynamische, initiative und zielgerichtete Herangehensweise. Sie sind in der Lage, Impulse zu geben, Dinge in Gang zu setzen und gemeinsamen Handlungen eine Richtung zu verleihen.

Diese Kernkonstellation wird bereits seit Mai durch die Konjunktion von Jupiter mit Uranus erweitert. Im August wurde sie durch die vorübergehende zusätzliche Konjunktion von Mars und Saturn noch weiter aufgeladen. Sie erreichte damit die „Klimax“, den Höhepunkt der energetischen Spannung.

Im Brennpunkt der Spannungsfigur befindet sich Pluto im Steinbock, dem Saturnzeichen. Pluto steht für Transformation und Steinbock für die materielle, gesellschaftliche und ökonomische Realität in der wir leben. Mehr und mehr erweisen sich die tradierten „Säulen unserer Gesellschaft“ als brüchig – die Kirchen und ihre Würdenträger, die Banken mit ihren Managern, die großen Konzerne etc. etc. pp. – Politische Steuerungsmechanismen greifen angesichts der Macht und der Eigendynamik von Wirtschafts- und Finanzwelt ins Leere.

Plötzliche Ereignisse, eruptive Energieausbrüche oder auch Unfälle, wie sie der Uranus im energiegeladenen Widder mit sich bringt, fordern die Funktionstüchtigkeit dieser alten Strukturen heraus – wie begegnen die Staaten den menschgemachten Umweltkatastrophen, wie den Naturkatastrophen? Uranus in Widder symbolisiert generell einen dynamischen Neuanfang, der größten Raum gibt für Innovationen, technische Neuerungen etc.

Uranus ist seinem Wesen nach innovativ und experimentell aber nicht moralisch. Moralische Kriterien sind für seine Form des Fortschritts von keiner großen Bedeutung - und das ist die größte Gefahr in dieser Zeit der Herausforderung und des Konfliktes zwischen alten und neuen Werten, wie sie auch in der Opposition von Uranus und Saturn symbolisiert ist. – Saturn dagegen befindet sich im Zeichen Waage. Für das Tierkreiszeichen Waage sind Diplomatie, Gerechtigkeit und ein harmonisches menschliches „Miteinander“ eine Frage der (sozialen) Ästhetik. Der Saturn in diesem Zeichen sorgt für menschliche Bodenhaftung in einer konfliktreichen Umbruchszeit und die nötige Selbstreflektion und Selbstverantwortung bei anstehenden Entscheidungen. Diese Stellung bringt überholte soziale Abmachungen ins Wanken und fördert die Suche nach einem gerechten Gleichgewicht von Geben und Nehmen.

Menschen mit wichtigen Horoskopfaktoren auf den Anfangsgraden der kardinalen Zeichen sind von diesen Entwicklungen persönlich am intensivsten betroffen. In ihren Horoskopen werden derzeit „Kaskaden“ persönlicher Transite ausgelöst und beratende AstrologInnen bemühen sich, diesen „dreifachen Planeten-Hammer“ in den Horoskopen ihrer Klienten verständlich zu machen, „während die kollektive Welt aus allen Nähten platzt“1.

1 so der amerikanische Astrologe Bill Herbst in seinem Artikel „Personal Challenge Within Collective Crisis“

Christina Pfingsten und
Christa Wagner

sind seit vielen Jahren als Astrologinnen tätig.
Tel.: 04632-8587, Fax: 8586, eMail: Kalleby10@t-online.de